EUROFILMER
Europäischer Autorenkreis für Film und Video e. V.
European Film & Video Makers Circle

Wo Autoren sich begegnen

„Wo Autoren sich begegnen“ war ein Slogan des EAK vor vielen Jahren. Der Slogan ist längst vergessen, das, was er bedeutet, ist aber geblieben. Bludenz war wieder ein Beweis dafür. Es begann am Abend des 26. September im „Kohldampf“, einem urigen angesagten Restaurant mit schon vielen Angereisten, zu denen auch die Partner der Autoren gehörten. Man kennt sich teilweise seit vielen Jahren und freut sich einander wieder zu sehen. Und diese Intensität der Begegnung hielt an bis zum letzten Festivaltag. Manchmal, fragte man sich, was eigentlich mehr wiegt: die vielen Filme oder die Begegnung mit den Filmfreunden. Ich denke, es hält sich die Waage. Keine Begegnung ohne Filme, aber auch keine Filme ohne Begegnung!

Möglich gemacht hatten das alles Werner Scheffknecht, seine Frau Gabi und das liebenswerte und aufmerksame Team um sie herum. Was so leicht über die Festspieltage lief, ließ kaum erkennen, dass vor der Leichtigkeit ein ganzes Jahr intensiver Vorbereitung steckte.  Den Bludenzern gebührt ein dreifaches „Chapeau“!

Neu war ein professionelles bisher so nicht vorgelegtes Programmheft mit den Portraits aller 63 Autoren. Das „Who is Who“ war so leicht zuzuordnen. - Die Remise als Austragungsort hatte genau die Atmosphäre, die sich Filmfreunde für ein optimales Kinoerlebnis wünschen. Die Qualität der Filme war, wie immer, unterschiedlich. Wie sollte es auch anders sein? Wie sollten sich die Besten von den weniger Guten unterscheiden? Wir waren auf einem Wettbewerb! Wer nun die besten und wer nun die weniger Guten waren, das ließ sich mit dem Urteil der Juroren wohl wieder einmal nicht so ganz zuverlässig feststellen. Die Meinungen gingen jedenfalls auseinander. Wie sollte es auch anders sein? Beklagt wurde der untere Rand der gezeigten Projektionen. Daumen nach unten! Wie sind die nur zum Festival gekommen? Und dann noch mit einer Bronze-Medaille bewertet worden, sagen die einen. Lausige Forum-Bewertung! Die anderen - die Betroffenen - haben sich über die wohlwollende Anerkennung gefreut. Ganz oben hat es nach der Preisverteilung auch gebrodelt. Kein Niveau, keine stringente Geschichte, keine Dramaturgie und dann diese ewigen schönen Bilder, die noch keinen guten Film ausmachen.

Liebe Filmfreunde, das alles ist völlig normal, das ist nie anders gewesen, und das wird wahrscheinlich auch in Zukunft nicht anders sein. Wir sind ein bescheidenes Grüppchen leidenschaftlicher Filmemacher. Und vielleicht ist es gerade die Leidenschaft, die uns das Leben miteinander manchmal schwer macht. Ist die Leidenschaft aber erst einmal weg, stirbt auch die Vielfalt der Ideen. Also lassen wir es wie es ist - und es war eigentlich doch wunderbar. Mir haben auch nicht alle Filme gleich gut gefallen. Aber es gab viele, die mich begeistert haben, die mich bewegt haben, die mich angeregt haben und die ich teilweise schon mehrmals gesehen habe und immer wieder sehen könnte. Das ist meine Bilanz. Vielleicht teilt sie ja der eine oder andere mit mir. Wenn nicht, bleibt dennoch die Begegnung mit den vielen Freunden, egal, ob sie nun Gold-Jungen waren oder „nur“ Bronze-Junker. Ich habe es genossen und bin Werner Scheffknecht und seinem Team sehr, sehr dankbar für dieses wieder einmal unvergessliche Ereignis.

Peter Klüver